MELIDE
Die Minischweiz am Seeufer
Die Swissminiatur in Melide
Möchten Sie in der Schweiz Ferien verbringen, wissen aber noch nicht, wohin Sie fahren und was Sie sehen wollen? Kein Wunder, denn die Schweiz ist zwar klein, hat aber mehr sehenswerte Landschaften und Panoramen, Wunderwerke der Natur und der Menschen zu bieten als manch grösseres und bevölkerungsreicheres Land Europas. Deshalb ein guter Rat: sehen Sie sich zuerst die Swissminiatur in Melide an. In wenigen Minuten gelangt man von Lugano auf der Strasse, per Zug oder per Schiff nach Melide und betritt eine Szenerie von Seen und Bergen, Ebenen und Städten zu einem ersten Rendezvous mit der Schweiz, das mehr bietet als ein Prospekt oder ein Werbefilm.
Wie der Name sagt, versammelt die Swissminiatur in verkleinertem Massstab und auf einer Fläche von 11'000 Quadratenmetern am Seeufer das Schönste und Interessanteste, was es im Land zu sehen gibt. Ein Besuch in diesem kleinen, immer auf dem aktuellsten Stand gehaltenen Wunderwerk erlaubt es, sich ein Bild von der Schweiz zu machen, von ihren majestätischen Bergen, ihren sanften Seen, den eleganten Städten und malerischen Dörfen, von berühmten Strassen und Plätzen, Schlössern und Kirchen – alles ist da und mit einem einzigen Blick zu überschauen. Es bleibt nur noch die Wahl der schönsten Ziele, um sie später zu erleben – in ihrer wircklichen Dimension.
Wer eine besondere Vorliebe für Schlösser hat, kann in der Swissminiatur einen Rundgang machen, der vom Schloss Chillon am Genfersee über Grandson, Frauenfeld und Thun bis nach Bellinzona führt. Wer lieber städtische Sehenswürdgkeiten erleben will, hat die Qual der Wahl zwischen der historischen Kappellbrücke in Luzern, der Kathedrale von Lausanne, der Stadthalle von Zürich oder dem Bundeshaus in Bern.  Eine besondere Attraktion bildet das berühmte Zelt des Architekten Mario Botta, das dieser für  das 700-Jahr-Jubiläum der schweizerischen Eidgenossenschaft gabaut hat. In wenigen Schritten gelangt man von einem Ort zum nächsten, auf das majestätische Jungfraujoch oder das weltberühmte Matterhorn. In proportionaler Grösse finden sich auch die Transportmittel, die von erfinderischen Schweizern gebaut wurden, um auch schwerstzugängliche Berggegenden zu erreichen: die schweizerischen Bundesbahnen, Privatbahnen, Draht- und Luftseilbahnen. Hier fahren sie, die Modelleisenbahnen, die –schiffe und –bergbahnen – ein grosses Vergnügen sowohl für Modellbauer als auch für Kinder. Letztere können in einer Minieisebahn durch diese miniaturisierte Traumlandschaft fahren. Swissminiatur bietet eine imaginäre Reise durch die ganze Schweiz, bevor man sie in Wiklichkeit unternimmt. Zur Verfügung steht auch eine illustrierte Broschüre, reich an Bildern und Informationen, die es erlaubt, sich in dieser Kleinstwelt zurechtzufinden wie in der wirklichen Schweiz.

Die Swissminiatur ist von Mitte März bis Ende Oktober/Angang November geöffnet.
Im Juli und August ist der Besuch auch abends bei künstlicher Beleuchtung möglich. Ein zweiter Besuch an einem milden Sommerabend entpuppt sich als zusätzliches Vergnügen.
Von der Swissminiatur führt übrigens auch ein Spazierweg dem Strand entlang über den Damm von Melide nach Bissone, das man nach einer halben Stunde erreicht.





Oberhalb von Melide liegt Carona (602 m ü M).
Ein 1000-jähriges Dorf, von grossen Künstlern erbaut, hat eine einmalige Lage zwischen Monte San Salvatore (912 m) und dem Monte Arbostora (822 m), beherbergt ca. 600 Einwohner und im Sommer ebensoviele Zweitbewohner.
Carona hat die reiche Vielfalt von fünf sehenswerten Kirchen. Die besonderen Kunstschätze sind im Kunstführer: "Carona, seine Künstler, seine Kunstdenkmäler" bestens beschrieben.(Überall im Dorf erhältlich)
Pfarrkirche San Giorgio
Im 16. Jh erbaut, barocker Turm aus dem 18. Jh, Chor mit Freske "Das jüngste Gericht" von Domenico Pezzi.
Madonna d'Ongero
Erbaut im 17. Jh. Stukkaturen von A. Casella 1646 - 1648, Fresken von Antonio Petrini 1750.
Bruderschaftskirche Santa Marta
Im Mittelalter gebaut, Fresken von 1486.
Kloster Santa Maria di Torello
1217 vom Comer Bischof Guglielmo della Torre errichtet und gestiftet, ist heute Privatbesitz. Romanischer Bau mit Fresken aus dem 13. Jh.
Capella della Madonna delle Grazie (Ciona)
Kapelle aus dem 18. Jh
Der botanische Garten "SAN GRATO".
Wer einmal gesehen hat, wie diese 30'000 m² Rhododendron und Azaleen blühen, diese einmalige Pracht bewundert hat, der kehrt immer wieder hierher, diesen Park zu bewandern und seine Pflanzenvielfalt zu entdecken.
(Carona Text und Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt: Fam. Wirth, Hotel Villa Carona, Carona )



CAMPIONE
Eine italienische Insel auf Schweizer Boden
Campione – zwischen Geschichte, Kunst und Vergnügen
Campione ist eine italienische Festlandinsel von Knapp einem Quadratkilometer Grösse, mitten in schweizerischem Territorium auf halbem Weg zwischen der Landesgrenze in Ponte Chiasso und der Stadt Lugano. Diese kleine Enklave lohnt einen Besuch sowohl wegen des landschaftlichen Reizes am Ufer des Luganersees als auch wegen seiner althergebrachten künstlerischen Tradition, die zahlreiche bedeutende Zeugnisse hinterliess. Jahrunderte reicher Geschichte vermischen sich in den Gassen von Campione mit der jüngsten Vergangenheit und haben aus dem Ort rund um das Spielkasino ein Zentrum blühenden wirtschaftlichen und touristischen Lebens gemacht.
Im 18. Jahrundert wurde dieses Territorium von Totone, einem reichen dort ansässigen Mann, den Äbten von Sant’Ambrogio in Mailand vermacht. Während einiger Jahrunderte  war es in der Folge kirchlicher Besitz. Napoleon hat dann den Ort an die Lombardei zurückerstattet; der Wiener Kongress stimmte dieser Regelung bei, und das Königreich Italien anerkannte es darauf als Enklave Italiens auf helvetischem Boden.
Berühmt wurde Campione bereits im 10. Jahrundert durch die sogenannten Maestri Campionesi beziehungsweise die Mitglieder der antiken Kunsthandwerker-Innung, die Spuren ihres Talentes in vielen Ländern Europas hinterliessen. In Campione kann man ihre Kunst in der Wallfahrtskirche von Madonna dei Ghirli mit ihren prächtigen Fresken bewundern, die heute dank sorgfältiger Restauration wieder in alter Pracht sichbar geworden sind. Weitere Werke  sind im Kirchlein San Pietro und in der Pfarrkirche zu sehen.
„Ghirli“ beziehungsweise „Schwalben“ war der Übername aller Bewohner von Campione, ein Übername, den sie ihrem ständigen Herumziehen verdanken. Ein Blick in die Kunstgeschichte vom 13. bis ins 16. Jahrundert  bestätigt ihn. Wer aber zu Hause blieb, konnte sich einer privilegierten Umweltsituation erfreuen. Ein Teil der Bevölkerung widmete sich der Fischerei (der Dorfheilige S. Zenone ist auch Schutzpatron der Fischer), ein anderer der Landwirtschaft. Das milde Seeklima hat das Gedeihen der Reben und Oliven schon immer begünstigt, auch wenn heute die alten Anbauflächen von Buchenwäldern und Kastanienhainen überwachsen sind.
Campione ist aber auch gleichbedeutend mit Erholung einem landschaftlichen Rahmen, in dem die Farben Grün und Blau dominieren, zwischen einer frischen Brise vom See oder von den steilen Hängen des Monte Sighignola. Hier lässt es sich in einer Welt ausruhen, die reich an Geschichte ist, aber auch einen Hauch von Eleganz und Vergnügen nicht vermissen lässt. Das Spielkasino von Campione ist ausser am 24. und 25. Dezember täglich von 15.30 bis 02.30 Uhr geöffnet. In den Sälen des Kasinos wird Roulette, Chemin de Fer, Black Jack und Trente-quarante gespielt; den Besuchern stehen zudem 65 moderne Slotmachines zur Verfügung. Der Festsaal des Kasinos dient Konzerten und Kongressen, aber auch Galadiners, Rezitals mit international berühmten Interpreten und Vorstellungen von Zauberkünstlern.
Eine Reihe weiterer Etablissements verleihen dem Ministädtischen, das direkt auf den Golf von Lugano und den Monte San Salvatore hinüberblickt, eine stark touristisch geprägte Atmosphäre. Campione ist sowohl von Norden wie von Süden per Autobahn, von Lugano aus auch mit dem Schiff erreichbar.

MORCOTE
Auf den Spuren der Exotic zwischen Tempel und subtropischer Vegetation
Im prächtigen Parco Scherrer in Morcote
MorcoteIm Land der Seen, Hügel und Berge hat die Gründung von privaten und öffentlichen Parkanlagen eine lange Tradition. Eine der interessantestenn im Hinblick auf die botanischen, künstlerischen und historischen Elemente ist zweifellos der Parco Scherrer in Morcote. Wir haben es hier mit einem Mikrokosmos zu tun, in dem Vergangenheit und Gegenwart, Geschichte und Natur zu einer Einheit verschmelzen, mitten in einer über hundert Jahre alten Schatzkammer von Kunstwerken, Architektur und Vegetation.
Die Geschichte des Parkes beginnt mit dem St. Galler Textilkaufmann Hermann Arthur Sherrer, der als Handelsreisender sehr oft in fernen Ländern weilte.  Auf diesen Reisen kam er in engen Kontakt mit den orientalische Kulturen; dabei erwachte in ihm der Wunsch, zu Hause die Kulturdenkmäler zu rekonstruiren, die ihn so fasziniert haben. Zu Beginn des Jahrunderts war der Flecken Erde, der jetzt den Parco Scherrer bildet, noch ein  verwildertes Stück Wald. Es dauerte Jahrzehnte, bis aus diesem Wald ein Park wurde, das heisst bis Hermann Arthur Scherrer seinen Traum verwirklichen konnte und die von ihm gepflanzten Zypressen, Zedern, Palmen und Bambushaine ihre natürliche Grösse erreichten. Morcote
Seither aber gehört der Parco Scherrer zu den originellsten Anlagen weit und breit. Gleich beim Eingang wird der Besucher von zwei barocken Marlöwen in Empfang genommen, die ihm den Weg zwischen Statuen und Amphore zum Park weisen. Wenig weiter, und wir befinden uns bei einem klassischen Renaissancebrunnen und erreichen das Panoramaplateau. Von hier aus, umgeben von zahlreichen Zeugen aus der griechischen Mythologie, erblickt der Besucher eine der schösten Ecken des Luganersees und der umliegenden Berge und Hügel. Ein Miniatur- Erechteion, eine Kopie des zweiten Tempels der Akropolis, führt ins klassische Griechenland, währen der Sonnentempel, umgeben von kunstvoll angeordneten Buchsbaumhecken, eindeutig spanischer Herkunft ist.
Ein thailändisches Teehaus führt den Besucher in den mysteriösen Orient, und gleich daneben, halb versteckt in einem Bambuswäldchen, steht ein ägyptischer Tempel. Der Inhalt dieser Konstruktion spiegelt – wie die anderen Gebäude auch – genau das Original, wie um zu zeigen, dass Scherrer nicht nur Formen, sondern auch Glaubensinhalte und Traditionen vermitteln wollte. Etwas weiter davon entfernt steht in einer typischen Wüstenlandschaftsszenerie des Araberhaus, die jüngste und unvollendet gebliebene Konstruktion im Park. Dann folgt ein kleiner Palast, der nach dem Modell des Palazzo Salò in Brugine rekonstruiert wurde. Und zu guter Letzt, am Schluss des Rundgangs, als ginge es darum, uns in die Wirklichkeit zurückzuholen, stossen wir auf ein altes Tessiner Haus, das Scherrer Stein für Stein aus Lugano nach Morcote transportieren und wieder aufbauen liess.
Hermann Arthur Scherrer starb im Jahre 1956, und seine Frau Amalia hinterliess den Park der Gemeinde Morcote mit der Auflage, ihn dem Publikum zu öffnen und dort kulturelle Veransaltungen durchzuführen.

COLLINA D ORO UND MONTAGNOLA
Auf der Collina d’Oro wo Hermann Hesse lebte
Die Collina d’Oro – der Goldhügel – thront über dem Golf von Lugano und bildet einen Mikrokosmos, bestehend aus Geschichte, Kultur und bezaubernden Landschaften. Ein idealer Flecken Erde auch für Wanderungen durch Wälder und Dörfer. Von der Cappella di Viglio bei der haltestelle der Lugano-Ponte-Tresa-Bahn aus kann man zu Fuss nach Agra gelangen. Regelmässige Postautokurse ermöglichen ebenfalls, sich auf der Collina d’Oro zu bewegen; wer aber diese Landschaft erleben will, sollte sie auf Schusters Rappen erobern. Die Wanderwege sind gut markiert, und die kleine Ausflugkarte von Lugano zeigt die verschiedenen interessanten Wegstrecken auf, die unterwegs auch Zwischenhalte in den Grotti von Gentilino, Montagnola oder Posmonte erlauben.
Der Name dieser Hügelkette ist nicht darauf zurückzuführen, dass dort Gold gefunden wurde. Der Goldhügel trägt seinen Namen wegen der berühmten Persönlichkeiten, die dort entweder geboren wurden oder einen Teil ihres Lebens verbrachten. Unter ihnen Baumeister, die in vergangenen Jahrunderten emigrierten und in ganz Europa, vorwiegend aber in Russland, die Spuren ihres Könens hinterliessen. So finden wir auf der Strasse, die von Montagnola nach Agra führt, das Geburtshaus  des Domenico Gilardi, der nach dem Grossbrand von Moskau anno 1812 vom Zaren den Auftrag erhielt, die Stadt wieder aufzubauen. In Arasio, einem Weiler von Montagnola, kam Pasquale Lucchini zur Welt, ein bedeutender Tiefbauingenieur des 19. Jahrunderts. Er baute unter anderem den Damm von Melide sowie die Eisebahnkehrtunnels Piottino und Biaschina an der Gotthardstrecke. Die Gemeinde Gentilino hat seiner Tätigkeit ein kleines Museum gewidmet.

In der ganzen Welt bekannt wurde die Collina d’Oro wegen Hermann Hesse, eines der bedeutendsten Schriftsteller dieses Jahrunderts. Der Nobelpreisträger für Literatur wohnte während Jahrzehnten in Montagnola. Viele Seiten seiner Romane befassen sich mit dieser Gegend. In Montagnola erinnert eine Stele an den Dichter, die anlässlich seines hundertsten Geburtstages erstellt wurde. Hermann Hesse ruht im Friedhof von Gentilino, in der Nähe des Grabes von Domenico Gilardi. Im gleichen Friedhof steht auch ein Denkmal des Bildhauers Vincenzo Vela für den Architekten Pietro Boffa, der ebenfalls im zaristischen Russland tätig war.
Der von Zypressen flankierte Friedhofsweg führt zum Aussichspunkt auf dem Vorplatz der Kirche im Tessin, der im 19. Jahrundert gabut wurde. Im Innern der Kirche, die mit barocken Stukkaturen der Camuzzi von Montagnola gescmückt ist, sind zwei Bilder von Giuseppe Petrini zu bewundern. Agra, das höchstgelegene Dorf der Collina d’Oro, hält den Schweizer Rekord als Ort mit den meisten Sonnenscheinstunden pro Jahr. In einem nahegelegenen Wald wurde ein Vita-Parcours angelegt, der durch Buchen- und kastanienwälder und auch zu einigen alten Roccoli (Vogelfängerhäuschen) führt. Eine ausführliche Brochüre, verfasst von Mario Agliati und Mario Redaelli, vermittelt, wie der Titel verspricht, „Geschichte und Geschichten“ der Collina d’Oro
Das Hermann Hesse Museum in Montagnola, der Schriftsteller der Collina d’Oro
Das kleine, aber bedeutende Museum Hermann Hesse ist in der Torre Camuzzi, die zum historischen Gebäudekomplex der Casa Camuzzi gehört, eingerichtet. Hier, wo die eindrucksvolle Arbet der im 19. Jahrundert in St. Petersburg tätigen Tessiner Baumeister spürbar wird, bezog Hermann Hesse 1919, in seinem 42. Lebensjahr, eine bescheidene Wohnung. Nach einer Zeit der Krise, begründet durch die Trennung von der Familie und die vorausgesehenen, fatalen Auswirkungen des 1. Weltkriegs, begann Hermann Hesse in Montagnola wieder zu schreiben und entdeckte das Malen als Quelle der Ruhe und der stillen Freude. In der Casa Camuzzi entstanden Klingsors letzter Sommer, Siddhartha, Narziss und Goldmund, Der Steppenwolf sowie zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Aquarelle. 1931 bezog Hesse mit seiner dritten Frau Ninon die Casa Rossa, deren grosse Gemüse – und Blumengarten er selbst bestellte. Die späteren Werke, u.a. Stunden im Garten und Das Glasperlenspiel, für das er 1946 den Nobelpreis für Literatur erhielt, und seine Briefe geben Zeugnis seiner Schaffenskraft. Viele berühmte Persönlichkeiten kamen nach Montagnola (u.a. Theodor Heuss, Thomass Mann, Bertold Brecht), um Hermann Hesse zu besuchen und mit ihm Gedanken auszutauschen.
Hesse, seit 1924 Schweizer Bürger, fühlte sch in Montagnola zu Hause; die unvergleichliche Natur und die besonderen Lichtverhältnisse auf der Collina d’Oro hatten es dem Künstler angetan. Hinzu kam die zurückhaltende Art der Tessiner, die er immer wieder lobend in seinen Erzählungen erwähnt. Toleranz, Offenheit, Integrität und Weitblick haben ihn heute zu einem der meistgelesenen, deutschsprachigen Schriftsteller gemacht. Seine Werke sind in 54 Sprachen übersetzt; die Gesamtauflage beläuft sich auf ca. 100 Millionen Exemplare.
Am 2. Juli 1997 wurde das Museum in Montagnola, als erstes und bisher einziges in der Schweiz, anlässlich des 120. Geburstages Hermann Hesses eingeweiht. Es enthält kostbare Zeugnisse der letzten 43 Jahre des Dichters und Malers, der bis zu seinem Tode im jahre 1962 in Montagnola gelebt hat. Das Museum ist eine kulturelle Begegnungsstätte, die einem internationalen Publikum offensteht. Im Kino werden Dokumentarfilme in italienischer, deutscher, englischer und französischer Sprache gezeigt; Bücher von Hermann Hesse in verschiedenen Sprachen am Eingang und im Garten des Museums laden die Besucher zum Lesen und Verweilen ein. Auf dem ausgeschilderten Wanderweg „Auf den Spurn Hermann Hesses“ kann man die eindrucksvolle Landschaft der Collina d’Oro geniessen.
Jeden Sonntag um 17.00 Uhr finden im Museum Lesungen von Hermann Hesse-Texten in italienischer und deutscher Sprache statt. Ausstellung 2002

Gandria

GandriaEines der schönsten Dörfer am Lago di Lugano hat sich seinen alten Charme erhalten. Einen Besuch in Gandria, ein Muss jeden Tessin Urlaubs, ist ein Erlebnis besonderer Art. Keine Autos, Häuser mit Fresken und Wappen in den Zimmern und auf den Balkonen, Marmor- und Stuckdekorationen. Am besten lernt man das Dorf auf einem Streifzug durch die engen Gässchen mit steilen Treppen kennen. Zum Abschluss einen Kaffee oder ein Essen ( Fischspezilitäten ) in einem der Restaurants, vielleicht am See, oder in einer Bar unter schattigen Bogengängen.

Gandria, ehemals bekannt für Schmuggel ist heute bekannt für seine Keramiken. Viele Kunstgewerbegeschäfte und Gallerien laden zum Besuch ein.

Lohnenswert ist auch ein Ausflug von Gandria mit dem Ruderboot nach Cantine di Gandria auf der gegenüberliegenden Seeseite. Gemütliche Grotti, das Zollmuseum, das vom Einfallsreichtung der Schmuggler früherer Zeiten berichtet und nicht zuletzt die Rückfahrt nach Gandria, bei der man vom See aus einen Blick auf die einzigartige Lage Gandrias geniesst, machen diesen Ausflug zu einem Erlebnis der besonderen Art.
GandriaVom See ins Schmugglernest
Das Zollmuseum von Lugano (Cantine di Gandria)
Der Schmuggel  und die Schmuggler haben schon immer eine besondere Anziehungskraft auf die braven Bürger ausgeübt. Aber nicht nur sie, auch Historiker, Volks- und Wirtschaftskundler befassen sich damit, denn der Schmuggel hat in armen Gegenden über Jahrzehnte hinweg vielen Leuten geholfen, in schwierigen Zeiten über die Runden zu kommen. Es ist deshalb richtig, dass diesem Phänomen ein Museum gewidmet wurde, in Erinnerung an Zeiten und Lebensbedingungen, an Gefahren, Mühsal und auch Erfindergeist, welche die Tessiner Gesellschaft während hundert Jahren bis unsere siebziger Jahre beschäftigt haben.
Das Gebäude, das dieses Schweizerische Zollmuseum beherbergt, liegt am gegenüberliegenden Seeufer von Lugano, bei den sogenannten Cantine di Gandria, und ist mit einer kurzen und schönen Schiffahrt erreichbar. Das erste Zollhaus in der Region Lugano war 1856 gebaut worden und ist noch heute als „La casa rossa“ – das rote Haus – bekannt. Das Museumsgebäude hingegen entstand 1904 als Zollposten, von dem aus der Schmuggel bekämpft wurde. 1935 wurde dieser Posten zum Museum, das später renoviert und 1978 dem Publikum geöffnet wurde. Die ausführliche Renovation wurde unter Anleitung des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich durchgeführt. Es liegt direkt am Seeufer, an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz in einem unwegsamen Gebiet mitten in einer üppigen Vegetation. Es ist nur per Schiff oder zu Fuss erreichbar.
Auf drei Stockwerken wird dort mit einer umfangreichen Sammlung die Blütezeit des Schmuggels wieder heraufbeschworen. Im Parterre wurde der alte Zollposten rekonstruiert, so, wie er anno 1904 ausgesehen hat. Man sieht den Aufenthaltsraum und die Unterkünfte der Zöllner sowie die Figur eines Schmugglers, der von zwei Zöllnern in Handschellen abgeführt wird. Hier sind auch verschiedene Zolldokumente, ein Kontrollbuch, alte Münzen, Waagen und Messinstrumente zu sehen.
Im ersten Stock wird die Geschichte der eidgenössischen Zollverwaltung von ihren Anfängen bis zum heutigen Tag dargestellt; ein Denkmal erinnert an die Zöllner, die in Ausübung ihrer Pflicht ums Leben kamen. Im zweiten Stock finden wir eine Sammlung von Waffen aus Italien, Frankreich, Grossbritannien und den Vereinigten Staaten, die Partisanen, Flüchtlingen und Ausbrechern im Moment abgenommen wurden, als sie versuchten, illegal die Schweizer Grenze zu überqueren. Zu diesem Arsenal gesellt sich eine grosse Anzahl von kuriosen Instrumenten und Apparaten, die von Schmugglern und Wilddieben benützt wurden. Eine Dokumentation zeigt die raffinierte Tricks, mit denen versucht wurde, die Zollgesetze zu umgehen. Prunkstück ist ein motorisiertes kleines Unterseeboot Marke Eigenbau, das von einem Schmuggler gesteuert wurde, dessen Kopf aus dem Wasser ragte. Als man ihn erwischte, hatte er eine Tonne Salami geladen…
Das Zollmuseum ist von April bis Oktober von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

VAL SOLDA ITALIEN
Valsolda, die Heimat der Literaten und Baumeister
Eingebettet zwischen See und Bergen


 




 


Die Strasse, die von Lugano dem See entlang über Gandria und die italienische Grenze nach Porlezza und schliesslich nach Menaggio an den Comersee führt, berührt einige charakteristische Uferdörfer wie Oria, Albogasio, San Mamete und Cressogno. Diese Dörfer bilden die Uferfront einer herrlichen Region, von der man den Eindruck hat, dass sie sich an die Berge des Luganese anschmiegt, um sich dann loszulösen, dem See entlang und darüber hinauszugehen und dort noch die Val d’Intelvi einzuschliessen.
Dies ist die Valsolda, deren Name sich vom Fluss Solda ableitet. In zwei Armen, die sich kurz vor der Mündung in den See vereinigen, fliesst er aus der Höhe zu Tal. Die privilegierte geographische Position garantiert der Valsolda mit ihren Seitentälern, Dörfern und vereinzelten Höfen viel Somme und ein mildes Klima. Reich an Geschichte, Traditionen und Kunstdenkmälern, ist die Valsolda typisch für ein voralpines Territorium, das sich vom Seeufer hoch den Berg hinaufzieht. In Schichten sind hier die Siedlungsformen und ökonomischen Bedingungen abzulesen, von den Fischern am See bis zu den Bergbauern und Alphirten hoch oben in den Bergen.
In botanischer Hinsicht ist das milde Klima dem Lorbeer, den Zitrusfrüchten, Oliven und Agaven günstig gesinnt. In historischer Hinsicht ist die Valsolda die Heimat von Baumeistern, die ihre Kunst weit in die Welt hinaus trugen. Hier wurde Pellegrino Pellegrini, genannt Tibaldi, geboren, einer der grossen Maler und Architekten des 18. Jahrunderts. Ihm verdankt vor allem Mailand zahlreiche Kunstwerke wie die Kirchen San Lorenzo, San Sebastiano und San Fedele sowie die unterirdische Kapelle des Mailänder Doms und andere wichtige Gebäude.
Das hohe Lied der Valsolda sang im letzten Jahrundert der Schrifsteller und Lyriker Antonio Fogazzaro, der lange Zeit in der Valsolda lebte und den Inhalt seiner Meisterwerke hier ansiedelte. „Piccolo mondo antico“, „Malombra“ und der Lyrikband mit dem Titel „Valsolda“ gehören zu den wichtigsten Werken der italienischen Romantik.
Für die Bevölkerung besteht der Wert dieser Schriften vor allem darin, dass durch sie diese abgelegene, diskrete, aber eben doch kulturell und an gesellschäflichen Entwicklungen so reiche Gegend und ihre unmittelbare Umgebung jeneseits der Landesgrenze so bekannt wurde.
Heute ist die Valsolda ein historisch und kulturell reiches Gebiet, das es verstanden hat, seine Umweltqualität zu bewahren. Als Erholungsgebiet bietet es den Besuchern der Region Luganersee eine grosse Anzahl von Ausflugsmöglichkeiten sowohl am Seeufer wie in den Bergen; im Blickwinkel jenen Arm des Luganersees, der sich in östlicher Richtung ausdehnt und kurz vor dem Lago del Piano und dem Comersee halt macht.
Diese Gegend mit ihren Dörfern, Burgruinen, romanischen und spätmittelalterlichen Gebäuden ist von Lugano und Gandria aus sowohl auf der Strasse wie per Schiff erreichbar.

Mit freundlicher Genehmigung:
Text: Ente Turistico Lugano
Fotos: Ticino Tourismo Bellinzona
Fotos Swissminiatur: Swissminiatur
Foto Val Solda / Hermann Hesse: Vip Club Lugano

Weitere Auskünfte:
Lugano Turismo, 6900 Lugano   
Tel. ++41 (091) 913 32 32, Fax ++41 (091) 922 76 53
e-mail: info@lugano-tourism.ch


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