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Das Vallemaggia bedeckt mit seinen 568 km2 einen Fünftel der Fläche des Kantons Tessin. Es ist ein grosses Tal von eindrücklicher
Vielfältigkeit. Zwischen dem tiefstgelegenen Dorf (Avegno, 299 m ü.M.) und dem höchstgelegenen (Bosco Gurin, 1507 m), beträgt der Höhenunterschied gar 1208 m. Piero Bianconi beschrieb es so: «Das Tal verzweigt, verästelt und teilt sich auf wie eine Hand: ins Val di Campo und Val di Bosco, Val Bavona, Val Lavizzara und Val Peccia; eine
grosse Hand mit knorrigen und krummen Fingern, durchzogen von blauen Wasseradern, die aus Alpenpässen und Bergrücken entspringen, die das Vallemaggia genau begrenzen und es mit den Nachbartälern Onsernone,
Formazza, Bedretto, Leventina und Verzasca verbinden.» Vielfältigkeit der Landschaft, wie gesagt. Von der Talsohle (einzigartige, natürliche Flusslandschaft in der Schweiz) bis hinauf zu den meist verlassenen
Maiensässen und zum Hochgebirge mit Gipfeln bis um 3000 m. Vielfältig auch die Dorfbilder: Während in der Talsohle die Dörfer deutlich vom Bevölkerungswachstum gezeichnet sind, wird in den höher gelegenen
Siedlungen der Bevölkerungsschwund ersichtlich. Demzufolge verändern sich die Dorfbilder vom modernen Residenzbau in der Talsohle (auch wenn rustikale Dorfkerne hier nicht fehlen) zum traditionellen Baustil in den oberen
Seitentälern und bis hinauf zu den Maiensässen und Alpen.
Wer Zeit hat zu verweilen und zu schauen,
entdeckt im Vallemaggia einen Reichtum an Vielfältigkeit, der in tausendjähriger Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur entstanden ist. Vor 2400 Jahren - wie archäologische Funde beweisen - sind Ligurer in
das «Vallis Madiae» eingedrungen und haben sich im vorderen Teil des Tales angesiedelt, wo auch heute noch Dörfer stehen. Und die Ligurer waren gewiss nicht die
ersten... Stolz auf eigene Tradition und Rechte, hat das Vallemaggia bis 1513, als die Herrschaft der Schweizer Kantone begann, seine Autonomie bewahrt.
Die Landvögte brachten jedoch keine wesentlichen Fortschritte ins Leben der Talbewohner, sodass mit dem Weggang des 159. und letzten Landvogtes im Jahre 1798 ein bedenklich unterentwickeltes Vallemaggia zurückblieb. Dies war ein Grund, weshalb in den Jahren zwischen 1860 und 1930 ein gewaltiger Auswanderungsstrom nach Amerika
einsetzte, der dem Tal junge und starke Kräfte entzog. Als die Auswanderungswelle in die Neue Welt abflaute, begann der Auszug der Bevölkerung aus den Bauerndörfern in die Stadt. Somit verringerte sich die
Einwohnerzahl von 10`000 im Jahre 1700 auf 4`500 im Jahre 1950. Im folgenden Jahrzehnt setzte fast unbemerkt eine Rückwanderung und somit ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Bau und Betrieb der Kraftwerke, das
Aufkommen des Pendelverkehrs, eine gute Wirtschaftskonjunktur, die unter anderem auch den Tourismus förderte, brachten das Vallemaggia auf den Weg zu wirtschaftlichem Aufschwung und Fortschritt, eine Entwicklung, die
vor allem in den Seitentälern noch längst nicht abgeschlossen ist.
Der Fluss
Der Fluss Maggia gleicht, vom Gletscher des
Basodino auf 3300 m ü.M. bis zum See in Ascona auf 199 m ü.M., einer langen «Schlange». Im Laufe der Jahre hat er die Landschaft geformt und herrliche Sandstrände und Wasserfälle gebildet. Früher diente der
Fluss ebenfalls als Transportweg für das geschnittene Holz, heute dient es dem Feriengast als geschätzter Vergnügungs- und Erholungsplatz. Von Avegno bis ins Bavonatal oder Lavizzaratal hat man zahlreiche Möglichkeiten herrliche Tage zu verbringen. Nennenswerte Orte sind Avegno mit seinen
einmaligen und herrlichen Sandstränden und das Wasserbecken in Aurigeno unter der Brücke; für Liebhaber der Ruhe ist die Zone zwischen Lodano und Someo, sowie der erste Abschnitt vom Lavizzaratal von Cavergno bis Broglio bzw.
Bavonatal geeignet; für diejenigen, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind, empfehlen wir den Wasserfall in Maggia, Giumaglio oder den «Puz Bèl» in Cavergno. Der so ruhig
erscheinende Fluss kann bei heftigen Regenfällen plötzlich wild und gefährlich werden und wir warnen zur Vorsicht. Das Baden in er Schlucht von Ponte Brolla ist verboten.
700 km Wanderwege Ein dichtes Netz von Wanderwegen durchzieht das Vallemaggia in allen Richtungen. Hier
befassen wir uns jedoch nur mit denjenigen, die in der Wanderkarte des ETT Valle Maggia verzeichnet sind (insgesamt 700 km).
Hauptwanderwege Es handelt sich um Verbindungswege, die das Vallemaggia in einer
Gesamtlänge von 120 km mit einem Höhenunterschied von 250 bis 2570 m (Cristallina-Pass) durchziehen. Es ist der Europaweg, welcher Genua mit Hamburg verbindet, wovon die Strecke Ponte Brolla - Bignasco - Robiei -
Cristallina ein Teilstück ist. Vom Europaweg zweigen ab: - In Cevio der Weg ins Val Rovana, welcher sich wiederum einerseits ins Valle di Bosco Gurin und
andererseits ins Valle di Campo verzweigt. - In Bignasco der Weg durch das Val Lavizzara, der sich in Peccia verzweigt: einerseits in Richtung Fusio-Naret, andererseits ins Val di Peccia-Naret.
Höchste Berge Basodino (Val Bavona) 3272 m Campo Tencia (Val Lavizzara) 3071 m
Von Tal zu Tal
18 Wanderwege sind auf der Wanderkarte verzeichnet, welche das Vallemaggia mit den angrenzenden Tessiner Tälern (Verzasca, Leventina, Onsernone, Terre di Pedemonte) oder
mit den italienischen Tälern (Antigorio und Formazza) verbinden. Den Seen entgegen Auf grosses Interesse stossen auch die Wege, die zu den 48 Bergseen und 6
Stauseen im Vallemaggia führen. Der höchstgelegene Bergsee ist derjenige von Matörgn, oberhalb Robiei, auf 2450 m.
Rundwege gibt es vor allem in der Talsohle auf halber Höhe und sie sind meist ganzjährig begehbar. Die auf der Wanderkarte klar bezeichneten Rundwege bieten sicher eine Gelegenheit, das Vallemaggia aus immer
anderen Winkeln kennenzulernen.
Panoramawege Wir verweisen hier im besonderen auf den Panoramaweg von Someo nach Bignasco. Ein anderer nennenswerter Wanderweg ist der von Aurigeno nach
Dunzio, vorbeigehend am Oratorium von Camelo oder derjenige überhalb von Maggia nach Coglio .
Lauernde Gefahr Allzu oft müssen die Rettungskolonnen oder - Helikopter Wanderern, die sich in Gefahr befinden, zu Hilfe kommen, weil sie die Unberechenbarkeit der Berge unterschätzt haben. Genaue Kenntnis über
den Schwierigkeitsgrad eines bestimmten Wanderweges und der notwendigen Zeit um ihn zu begehen, das Kennen der eigenen physischen Grenzen und eine zweckmässige Ausrüstung sind die
Mindestvoraussetzungen, um die Wanderwege im Vallemaggia vollends geniessen zu können und sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen.
Eine alpine Kultur: Museum di Valmaggia
Das Museum di Valmaggia Am besten versteht man die «Entstehung» des heutigen Vallemaggia durch
einen Besuch des Museums in Cevio, die wichtigste permanente Kultursammlung des Bezirks. Das Museum besteht aus zwei Ausstellungsgebäuden in einer architektonisch und landschaftlich wertvollen
Umgebung. Sie befinden sich in Cevio vecchio, umgeben von Patrizierhäusern, die um 1500 von den Familien Franzoni, welche neben den Landvögten während zwei Jahrhunderten das Land politisch
und wirtschaftlich prägten, erbaut worden sind. Im Museum lernt der Besucher Leben und Arbeit der Bauern und Alphirten kennen. Das Leben war nicht leicht in einem Tal mit grossen, topographischen und klimatischen Gegensätzen; das karge und manchmal feindliche Gebiet hat die Bevölkerung in Not gehalten und zum Auswandern
gezwungen. Das Museum entwickelt Themen und Ausstellungen zur bäuerlichen Vergangenheit dieses Bergtales und zu den Lebensbedingungen jener Zeiten. Der Besucher erhält Einblick in eine
vielseitige, reiche Tälerwelt, in Geschick, Fleiss und Beharrlichkeit der Bewohner. Im Museum sind im Speziellen die beiden Themen Natur und Mensch zu sehen. Vom sozialen Gesichtspunkt aus gesehen, wird der Frauenrolle ein wichtiger Platz eingeräumt. Die drei
wichtigen Elemente illustrieren die Wirtschaft und Umwelt, indem sie die Aktivitäten verbunden mit Erde, Stein und Holz wiederspiegeln. Zahlreiche andere Aspekte werden während den permanenten oder
periodischen Ausstellungen gezeigt. Beim Besuch des Museums lernt der Tourist das südalpine Tal besser kennen.
Museum di Valmaggia in Cevio Tel. 754 13 40
Saison: 1.4. - 31.10. Öffnungszeiten: Di-Sa: 10.00-12.00/14.00-18.00 So: 14.00-18.00 Mo: geschlossen
Das Walserhaus
In Bosco Gurin hingegen kann man das Walserhaus besuchen, ein kleines Museum, das in einem charakteristischen Holzbau untergebracht ist und in dem zahlreiche
Gegenstände der Walsertradition ausgestellt sind. Dieses ausgesprochene Bergvolk hat sich im 13. Jahrhundert in Bosco angesiedelt. Zwei Kirchen Weitere kulturelle Etappen sind für den Vallemaggia-Besucher, ausser dem Museum,
zwei Kirchen.
Das Walserhaus in Bosco Gurin hat Saison vom 1.4. - 31.10. Öffnungszeiten: Di-Sa: 10.15-11.30/13.30-17.00 So: 13.30-17.00 Mo: geschlossen
Tel. 754 18 19 Tel. 754 14 81
Die Geschichte der Maggiatal-Bahn
Die Maggiatal-Bahn (folgend Maggiabahn) war
ursprünglich als eine von drei normalspurigen Eisenbahnen geplant. Das geplante Netz unter dem Namen "Ferrovie Locarnese" wurde unter Initiator und damaligem Sindaco von Locarno
Francesco Balli propagiert. Balli wusste genau, dass Schienenwege Lebenswege sind und der Region Locarno und ihren umliegenden Tälern wirtschaftlichen Aufschwung bringen würden.
1898 erhielt Balli aus Bern die Konzession für die drei Eisenbahn-Projekte, mit der Bedingung, dass die internationalen Linien auf der italienischen Seite abgenommen würden: - eine Linie ins Valle Maggia von Locarno über Ponte
Brolla nach Bignasco für den Abbau des Granits im Vallemaggia und der touristischen Erschliessung dieses einzigartigen Tales - eine Linie durchs Centovalli und Valle Vigezzo von Locarno über Camedo
(Landesgrenze) nach Domodossola mit dem Ziel, eine Verbindung zwischen der Gotthardbahn und der Simplonbahn herzustellen - eine Linie am rechten Ufer des Lago Maggiore von Locarno über Valmara (Landesgrenze) nach
Gravellona. Auch diese Linie war als Verbindungsbahn zwischen Gotthard- und Simplonlinie geplant.
Das Interesse an einer Seeuferbahn entlang des Lago
Maggiores war seitens der Italiener gering. Hingegen war bereits am 19. Oktober 1898 unter den Bürgermeistern des Vigezzo eine Interessengemeinschaft gegründet worden, um eine meterspurige Schmalspurbahn mit zwischen Locarno
und Domodossola zu bauen. Am 21. Juni 1904 fand die entscheidende Versammlung in Domodossola statt, wo auch Balli teilnahm und die Garantie mitbrachte, dass sich die Schweiz und der Kanton Tessin zu
30% an den Baukosten beteiligen würden. Ein internationales Komitee wurde gegründet und auf Tessiner Seite wurden die normalspurigen Pläne in einer Spurbreite von 1000 mm neu projektiert.
Die Geschichte geht weiter ... http://www.maggiabahn.ch.vu/
Reichtum an Vielfältigkeit Wer Zeit hat zu verweilen und zu schauen, entdeckt im Vallemaggia einen Reichtum an Vielfältigkeit, der in tausendjähriger Wechselwirkung zwischen Mensch und Natur
entstanden ist. Vor 2400 Jahren - wie archäologische Funde beweisen - sind Ligurer in das "Vallis Madiae" eingedrungen und haben sich im vorderen Teil
des Tales angesiedelt, wo auch heute noch Dörfer stehen. Und die Ligurer waren gewiss nicht die ersten...Stolz auf eigene Tradition und Rechte, hat das
Vallemaggia bis 1513, als die Herrschaft der Schweizer Kantone begann, seine Autonomie bewahrt. Die Landvögte brachten jedoch keine wesentlichen Fortschritte ins Leben der Talbewohner, sodass mit dem Weggang des 159.
und letzten Landvogtes im Jahre 1798 ein bedenklich unterentwickeltes Vallemaggia zurückblieb. Dies war ein Grund, weshalb in den Jahren zwischen 1860 und 1930 ein gewaltiger Auswanderungsstrom nach Amerika einsetzte,
der dem Tal junge und starke Kräfte entzog. Als die Auswanderungswelle in die Neue Welt abflaute, begann der Auszug der Bevölkerung aus den Bauerndörfern in die Stadt. Somit verringerte sich die Einwohnerzahl von 10`000 im Jahre 1700 auf 4`500 im Jahre 1950. Im folgenden Jahrzehnt setzte fast unbemerkt eine
Rückwanderung und somit ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Bau und Betrieb der Kraftwerke, das Aufkommen des Pendelverkehrs, eine gute Wirtschaftskonjunktur, die unter anderem auch den Tourismus förderte,
brachten das Vallemaggia auf den Weg zu wirtschaftlichem Aufschwung und Fortschritt, eine Entwicklung, die vor allem in den Seitentälern noch längst nicht abgeschlossen ist.
Mit freundlicher Genehmigung: Text: Ente Turistico Vallemaggia Fotos: Ente Turistico Vallemaggia
Walserhaus / Ponte Brolla Fotos: ticino-turismo Bellinzona Weitere Auskünfte: Ente Turistico Vallemaggia, 6673 Maggia www.vallemaggia.ch e-mail: info@vallemaggia.ch Tel. ++41 (091) 753 18 85, Fax ++41 (091) 753 22 12
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