|
Das Bleniotal - eines der malerischsten Täler des Tessins
Geschichte :
Malerisch, seichter weiter und lieblicher als auf den ersten Blick, präsentiert sich das Bleniotal. Den Eingang zum Tal bildet eine Art Moräne, die heute bewaldet und am Südhang
bebaut ist. Von hier aus geht der Weg in ein zunächst steiniges und und enges Tal. Die Moräne geht zurück auf einen Erdrutsch vom Monte Crenone, aus dem 16. Jhdt., der das Tal vollständig abriegelte und
einen See entstehen liess. 1512 hielten die Erdmassen dem Druck des Sees nicht mehr stand und die durchbrechenden Wassermassen brachten Tod und Verwüstung bis nach Bellinzona.
Das Bleniotal hat aufgrund seiner geographischen Lage, der Lukmanierpass gehört zu den niedrigsten Alpenpässen, seit jeher eine besondere Bedeutung.
Römische Legionäre, Karl der Grosse im Jahre 800, Otto der Grosse 965 und nicht zuletzt Friedrich Barbarossa 1176 durchzogen das Bleniotal.
Im Mittelalter unterstand das Tal verschiedenen Feudalherrschaften, u.a. die der kaiserlichen Familie da
Torre im 12 Jahrhundert und die der Familie Pepoli im 14 Jhdt. Ein Spross dieser Familie namens Taddeo, tyrannisierte die Bleniesen dermaßen, das ihnen der Kragen platzte und sie ihn nach einem Fest und Saufgelage erschlugen.
Der Anfang dieser rebellischen Entwicklung lag bereits im Jahre 1182. Damals schlossen die Bewohner des Bleniotals einen Packt mit den Leventinern. Sie schworen zu Torre, keine neuen Festungen mehr zu dulden und
lediglich die Mailänder Kirchenfürsten anzuerkennen.
Es folgten die Zerstörung des Schlosses zu
Torre 1182. Auf dem Hügel hinter dem Dorf Torre steht heute eine Kapelle auf dem ehemaligen Gelände des einstigen Schlosses. 1402, nach der Ermordung des Grafen Taddeo Pepoli wurde Serravalle, die mächtigste
Festung des Tales zerstört. In Semione befinden sich heute noch Mauerreste dieser Festung.
Kirchen : Bekannt ist das Bleniotal durch seine romanischen Kirchtürme. Die bekanntesten
sind der von Malvaglia (12.-13. Jhdt.), der von Torre (12.-13. Jhdt.), der von Aquilla ( 16. Jhdt. ) und der von Olivione (12.-13. Jhdt.).
Wie alle Tessiner Täler hat auch das Bleniotal seine Auswanderer. Von 1300 bis zum zweiten
Weltkrieg. Zunächst nach Italien, dann nach Frankreich und Deutschland. Aber auch in Südamerika finden sich die Spuren von Auswanderern aus dem Bleniotal. 1184 zog die Familie Bertoni mit 10 Kindern nach
Argentinien, danach nach Paraguay, wo sie die Kolonie Wilhelm Tell gründete. Die Auswanderung im Bleniotal hatte auch positive Seiten. Im unteren Tal gab es die Maroniehändler, vor allem aus Malvaglia,
die im Winter nach Paris zogen und hier ihre Verkaufsstände unterhielten. Im Sommer kehrten sie zurück, bauten Häuser und Palazzi. Viele hübsche und feudale Häuser, oft in ausländischer Bauweise zeugen von dieser Entwicklung.
Das obere und mittlere Tal war spezialisiert auf
Schokolade. Dutzende von feinsten Häusern auf dem Kontinent, haben hier ihren Ursprung. Am Dorfausgang von Torre finden wir die alte Schokoladefabrik Cima –Norma. Nachdem Generationen
der Fam. Cima Schokolade in Paris, Nizza und Marseille produzierten, beschloss ein Familienmitglied, Anfang 1900 die Schokoladeproduktion im Bleniotal wieder aufzunehmen. Leider wurde die Fabrik in den 60-ger
Jahren wieder geschlossen. Mangelnde Infrastruktur, zu lange und beschwerliche Transportwege, die Schokolade aus dem Bleniotal war nicht konkurrenzfähig.
Heute ist das Bleniotal ein offenes, frohes und eines der malerischsten Täler im Tessin. Von der Strasse erreicht man die schönsten Aussichtspunkte. Hinter
Dognio überblickt man die linke, von vielen kleinen Dörfern übersäte Talhälfte. Nach der Brücke von Aquila bietet sich die rechten Talseite für die Rückkehr an.
Neben der Erforschung, der schon den Römern bekannten Pfade lohnt es sich aber auch die
kleinen Seitentäler zu erforschen. Hier trifft man auf fast unberührte Natur, auf Hirten und kleine Häusergruppen. Hier findet man uralte Sitten und Gebräuche die noch heute gepflegt werden.
Um sich über das gesamte Bleniotal, seine Sehenswürdigkeiten, Wanderwege und Besonderheiten zu informieren, wendet man sich am besten an das museo storico della valle in Lottigna und an das Ente Touristico Valle Blenia.
Mit freundlicher Genehmigung: Fotos: ticino-turismo Bellinzona
Weitere Auskünfte: Ente Turistico Bleniotal, 6716 Acquarossa Tel. ++41 (091) 871 17 65, Fax ++41 (091) 871 25 45 www.blenioturismo.ch www.blenio.com e-mail: info@blenioturismo.ch
Unterkünfte, Restaurants, Freizeitmöglichkeiten, Kunst, Immobilien www.schweiz-tessin.com
|